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Hachberger Herolde auf der Hochburg

Herolde waren im Mittelalter Boten und Ansager ihrer Dienstherren, Sie waren die Verkünder von Neuigkeiten und in ihren schmucken Uniformen der Traum mancher Mädchen. Geblieben ist das bunte Outfit, sind die Landsknechtuniformen in den Farben blau, gelb und rot, die dem Fanfarenzug der Hachberger Herolde auch heute manch bewundernden Blick bescheren. Das Wappen der Markgrafenstadt Emmendingen ziert die Brust der Musiker, die mit ihren Fahnenschwingern und den Marketenderinnen die Farben der Kreisstadt bei so manchen Anlässen vertreten.
Der Name Hachberg ist die Ursprungsbezeichnung der Hochburg, wie sie heute bekannt ist. Dort ist auch der Ort für öffentliche Auftritte, wo eine enge Beziehung zur Tradition hergestellt wird und die Burgruine mit ihren weitläufigen Anlagen einen würdigen Rahmen bietet. Insofern fühlen sich die Hachberger Herolde eng mit der Geschichte dieser Burg verbunden.

Gegründet wurden die Hachberger Herolde 1960 von 12 Musikern, von denen mehr als 50 Jahre später noch zwei als Ehrenmitglieder dem Verein angehören. Mit 45 Aktiven, Bläsern, Trommlern und weiteren 60 passiven Mitgliedern hat der Fanfarenzug eine breite Basis gelegt für eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Wer mitmusizieren möchte und ein wenig musikalisch ist, wird gründlich ausgebildet, denn falsche Töne sind weithin hörbar. Die Fanfare hat keine Ventile   im Vergleich zur Trompete   dafür nur fünf Töne, aus denen beliebige Melodien entstehen können. Ein Anfänger braucht ungefähr ein Jahr, bis er sich mit seinem Instrument in die bunten Reihen der Herolde eingliedern kann. Und Auftritte haben die Fanfarenspieler zur Genüge. Mit rund 20 Auftritten pro Jahr ist während des Sommers fast jedes Wochenende ausgebucht. Feste Anlässe sind das Hochburgfest, das 1.Mai Wecken, wenn um 6 Uhr morgens durch Emmendingen marschiert wird sowie regelmäßige städtische Veranstaltungen.

Stolz ist der Verein auf die Tatsache, dass er sich ausschließlich aus eigenen Mitteln finanziert, wozu die Mitglieder engagiert beitragen. Und das will etwas heißen, denn alle Instrumente und Uniformen werden vom Verein gestellt, was einen erheblichen finanziellen Aufwand bedeutet. Um die Jugendarbeit zu fördern, wird dreimal im Jahr eine Altpapiersammlung vorgenommen. Aus dem Erlös werden das Jugendzeltlager und das Hüttenwochenende finanziert.Mittlerweile ist auch das Härdepfelfeschd ein weiterer Bestandteil um sich der Emmendinger Bevölkerung zu zeigen, hier allerdings aus gastronomischer  Sicht. Wie es sich für einen wehrhaften Landsmannzug gehört, verfügen die Hachberger Herolde über eine echte Kanone, die als Vorderlader einer qualifizierten Bedienungstechnik bedarf. Doch scharf geschossen wird nur mit Papierschnitzeln und Schwarzpulver. Die Bedrohung ist dem Salutschießen gewichen, was aber dennoch einen Sicherheitsabstand von 50 Meter zur Kanone erfordert. Die beiden Kanoniere müssen hierfür eine spezielle Prüfung ablegen, und alle fünf Jahre muss der Vorderlader nach Köln, wo er vom dortigen Schussamt abgenommen wird.
Ein besonderes Ereignis war für die Hachberger Herolde die Teilnahme am Tattoo im kanadischen Halifax. Vor täglich 10.000 Zuschauern gab es alla­bendlich eine Woche lang Auftritte mit anderen Gruppen, so auch den Marines aus Amerika und einer Dudelsackgruppe aus Schottland. Diese Einladung haben die Emmendinger als Kompliment für ihren hohen Leistungsstandard betrachtet, der Anlass für weiteres, engagiertes Musizieren war. Dem Ausflug nach Kanada folgten Auftritte in Barcelona, beim VfB Stuttgart, beim Baden Badener Galopprennen und bei Dieter Thomas Hochzeit in Hinterzarten.Einen großen Wert wird auch auf die Kontaktpflege mit anderen Fanfarenzügen aus Nah und Fern gelegt. Desweiteren nehmen wir auch in regelmäßigen Abständen an Wertungsspielen teil.  Außer dem einwandfreien Treffen der Töne will auch das Marschieren gelernt sein, denn das Bild der Herolde soll auch weiterhin über die Grenzen der Heimatstadt Emmendingen hin aus einen bleibenden klanglichen und optischen Eindruck vermitteln.